Startup Definition: Was ist ein Startup?

“We are in the midst of a silent revolution - a triumph of the creative and entrepreneurial spirit of humankind throughout the world. I believe its impact on the 21st Century will equal or exceed that of the Industrial Revolution on the 19th and 20th.”

 — Jeffry Timmons, The Entrepreneurial Mind, 1989

 

Der Begriff ‘Startup’ ist in den letzten Jahren zu einem absoluten Buzzword geworden.

Apple, Google, Facebook, Twitter und viele Andere haben enorme Aufmerksamkeit auf Startups gezogen. Jeden Tag werden rund um den Globus tausende von neuen Startups gegründet.

Diese unternehmerische Aufklärung — ‘Entrepreneurial Enlightenment’ — ist ein kultureller und ökonomischer Umschwung. Das Risiko zu scheitern, ist geringer als die tiefe Erfüllung, die aus dem Verfolgen der eigenen Mission kommt.

Das Phänomen “Startup” ist Kern dieses Trends — auch weil es die meiste mediale Aufmerksamkeit bekommt. Es handelt sich dabei aber nur um die Spitze des Eisberges — einer sich verändernden Gesellschaft. Wir erleben nicht nur einen rapiden Aufstieg von Startups, sondern jeglicher Form der Selbstständigkeit.

Wahrhaftig! Es wird erwartet, dass 2020 mehr als 40% der Berufstätigen in den USA selbstständig sein werden.

Im folgenden Beitrag möchte ich dir durch die Zusammenfassung von Startup-Experten, Meinungen aufzeigen: Was genau ein Startup ist und was sie so einzigartig macht (Stichwort: rapides Wachstum).

Herzlich Willkommen in der globalen Unternehmerwirtschaft!

 

80/20 Fazit

Der StartupGeist: Das Startup-typische Mindset

Wie bei jeder Unternehmung geht es bei Startups um’s Machen.

Viele haben Ideen, um die Welt zu verändern, aber nur Unternehmer handeln. Sich etwas auszudenken, bewegt nichts. Du musst es auch umsetzen!

Startups sind allerdings eine Nummer für sich. Sofern erfolgreich, wachsen sie unvorstellbar schnell. Am Anfang eines Startups dreht sich daher alles ums Lernen - den Kampf gegen die grosse Ungewissheit. Startup-Gründer und ihre Teams bewegen sich durch eine emotionale Achterbahnfahrt.

Weil mindestens 75% aller Startups scheitern, werden ‘Best Practices’ und Erfolgsprinzipien von Startups entschlüsselt und offener denn je geteilt. Dies ist das Startup-typische Mindset, dass ich StartupGeist nenne.

Das tolle an der ganzen Startup-Sache? Es kann allen Typen von Unternehmern helfen, etwas aufzubauen. Die Prinzipien sind universell und können auf jeglichen Startprozess übertragbaren werden.

Also, lass uns der Frage nach der Natur von Startups tiefer nachgehen.

 

Was genau ist ein Startup?

Der Begriff ‘Startup’ ist ziemlich neu und wird von vielen falsch verstanden und verwendet. Obwohl sich viele Unternehmen als ’Startup’ bezeichnen — ob Marketingagentur, Freelance-Beschäftigung, Großunternehmen oder Bäckerei mit Online-Store — sind sie per Definitionen kein STARTUP!

Sorry! Sie wollen vielleicht das Startup-typische Mindset den StartupGeist — nutzen, um erfolgreicher zu werden, sie sind aber kein Startup. Dadurch gibt es eine ganze Reihe von Mythen rund ums ‘Startup gründen’.

Merke dir: Nicht jede Form der Selbstständigkeit ist ein Startup.

Eine der besten Definitionen für Einsteiger kommt von Dave McClure, Gründer des globalen Accelerator 500 Startups.

“Ein 'Startup' ist ein Unternehmen, welches noch nicht wirklich weiß, (1) was sein Produkt ist, (2) wer seine Kunden sind und (3) wie es Geld verdienen soll.”

Eine der elaboriertesten Definitionen stammt von Eric Ries, dem Autor von dem Buch ‘Lean Startup’, welches eine globale Bewegung in mehr als 50 Ländern losgetreten hat:

“Ein Startup ist eine menschliche Institution, die geschaffen wurde, um ein Produkt oder eine Dienstleistung unter extrem unsicheren Bedingungen anzubieten.”

Ähnlich wie McClure bezieht sich Ries überhaupt nicht auf die Größe des Unternehmens oder den Sektor, in dem es operiert. Ries konzentriert sich auf die Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell, die so schnell wie möglich abgeschlossen werden muss, um die extreme Unsicherheit zu beseitigen. Die Natur von Startups ist es, mit unvorhersehbaren Situationen umzugehen. Das Risiko dabei muss gar nicht notwendigerweise groß sein. Es ist einfach noch nicht bekannt.

Eine der meist-zitieren Definitionen kommt von Steve Blank, dem Urvater der Startup-Bewegung.

“Ein Startup ist eine temporäre Organisation, die auf der Suche nach einem wiederholbaren und skalierbaren Geschäftsmodell ist”.

Er leitet damit einen wichtigen Paradigmenwechsel im Verständnis von Startups ein. Die Meisten denken, dass Startups ‘kleinere Versionen’ etablierter Unternehmen sind. Das ist falsch. Startups sind geschaffen, um ein Geschäftsmodell zu suchen und nicht, um eines umzusetzen.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Suchen und Umsetzen eines Geschäftsmodells. Etablierte Unternehmen setzen bewährte Praktiken um. Ich meine das ganze Zeug, was Universitäten Studenten beibringen - Rechnungswesen, Finanzen, Marketing, Verkauf. Im Gegensatz, wirst du die relativ jungen Startup-Methoden wie ‘Customer Development’, ‘Lean Startup’ oder 'Growth Hacking' nicht im regulären Uni-Lehrplan finden — noch nicht jedenfalls. Startups dagegen sind extrem unsicher und wachsen richtig, richtig schnell, wenn sie erfolgreich werden.

Paul Graham definiert Startups als ‘Wachstumsmotoren’.

“Startups sind geschaffen, um schnell zu wachsen”.

Er fügt noch hinzu: “Frisch gegründet zu sein, macht ein Unternehmen noch nicht zu einem Startup. Ein Startup muss auch nicht im Technologiebereich arbeiten oder Wagniskapital einsammeln oder eine Art "Exit" haben. Der einzige essentielle Moment ist das Wachstum. Alles was wir sonst mit Startups verbinden folgt daraus”.

David Cummings, erfolgreicher Seriengründer im SaaS-Startup-Bereich, sieht Startups auch als ‘skalierbare und wachstumsfokussierte Unternehmen’. Graham und Cummings unterscheiden beide nicht zwischen Suche und Umsetzung, sondern setzen den Fokus auf das beabsichtige Wachstum von Startups.

Zusammenfassend gibt es 2 Lager, die “Startups” unterschiedlich definieren.

Das erste Lager geht davon aus, dass Startups eine temporäre Organisationsform sind und nur dann zu ‘Unternehmen’ im eigentlichen Sinn werden, wenn sie unter extrem unsicheren Bedingungen ein Geschäftsmodell finden.

Das zweite Lager denkt, dass Startups von Beginn an auf enormes Wachstum ausgerichtet sein müssen. Es muss in der DNA und dem Mindset der Gründer eingebrannt sein und so auf das Team und die Organisationskultur übertragen werden.

Beide Lager gehen davon aus, dass Startups mit einem hohen Maß von Unsicherheit ständig konfrontiert sind und nicht einfach ‘kleine Versionen’ etablierter Unternehmen sind.

 

6 Unternehmer-Typen

Im Großen und Ganzen gibt es 6 verschiedene Typen von Unternehmern, von denen ein Startup-Unternehmer nur einer ist.

Alle Unternehmer-Typen vereint, dass sie Wandel und Veränderungen begrüßen und als Chance sehen — und nicht als Hindernis!

Lifestyle-Unternehmer

  • Absicht: Arbeitet, um seiner Leidenschaft zu folgen und gegebenenfalls ein passives Einkommen zu genieren.

  • Beispiel: “Ein Surfer, der durch seine Surf-Tipp-Videos auf YouTube aussorgt.”

Offline-Unternehmer

  • Absicht: Arbeitet, um die Familie zu versorgen.

  • Beispiel: “Meine Eltern hatten einen Gemischtwarenladen.”

Startup-Unternehmer

Software-Unternehmer

Social Entrepreneur

  • Absicht: Möchte die Welt zu einem besseren Ort machen.

  • Beispiel: “Unternehmen, die mit fairem Kaffee handeln, um Kaffeebauern ein faires Einkommen zu ermöglichen.”

Corporate Entrepreneur/”Intrapreneur”

  • Absicht: Möchte interner Innovator anstatt Bürokrat sein.

  • Beispiel: “Unternehmer in Großorganisationen, die versuchen Innovationen einzuführen.”

 

Warum nutzen wir den Begriff ‘STARTUP’ überhaupt?

Gute Frage!

Warum bezeichnen wir Startups nicht einfach als enorm wachstumsfokussierte Unternehmensform?

Ja - das könnten wir. Insbesondere, weil die meisten Startups eh scheitern. Es ist daher verständlich, dass es vielen ‘normalen’ Unternehmern umso unfairer erscheint, dass sie nicht beachtet und die wenigen erfolgreichen Startups so viel mediale Aufmerksamkeit bekommen.

Viele Startup-Experten behaupten, dass ein Startup durch ein bestimmtes Mindset gekennzeichnet ist, welches sich stark in der Organisationskultur verankert ist, welches den Begriff rechtfertigt.

Laut Graham machen zudem die meisten Menschen jedoch den Fehler, sich die Median-Zahlen von Startups anzusehen. Der Median oder Zentralwert ist ein Mittelwert für Verteilungen in der Statistik. Die erfolgreichsten Startups, wie Google, Apple, Twitter und Whatsapp, wachsen unheimlich schnell, bringen riesige Renditen ein und erreichen in wenigen Jahren die Börsenbewertungen von Unternehmen wie Toyota, Siemens oder Total.

Die Varianz — ein Streuungsmaß, welches die Verteilung von Werten um den Mittelwert kennzeichnet — ist daher extrem groß. Im Artikel ‘Startup Finanzierung: Der verrückte Startup-Wahnsinn’ stelle ich dir anhand von Facebook, Twitter und Uber drei bemerkenswerte Szenerien vor.

 

Okay. Okay. Hab’s verstanden, aber wie schnell wachsen Startups denn?

Paul Graham schlägt vor, dass wir lieber die Wachstumsraten der erfolgreichsten Startups anschauen sollten, anstatt Schwellenwerte zu definieren. Dafür gibt es zwei Gründe.

Erstens, streben Startups ein Extrem an und nicht einen bestimmten Schwellenwert.

“Starting a startup is at first no more than a declaration of one's ambitions. You're committing not just to starting a company, but to starting a fast growing one, and you're thus committing to search for one of the rare ideas of that type. But at first you have no more than a commitment.”

Zweitens, verändern sich Wachstumsraten über die Zeit. Unter diesen Bedingungen kann man keine sinnvollen Schwellenwerte vorgeben, sondern nur Richtwerte.

Laut Graham haben Startups normalerweise 3 Wachstumsphasen:

  1. Phase: Kein oder geringes Wachstum

  2. Phase: Rapides Wachstum

  3. Phase: Langsames Wachstum, weil das Startup zu einem massiven Unternehmen wird und der Markt gesättigt ist

Graham teilt mit uns die Richtwerte aus dem Y-Combinator-Accelerator — ein dreimonatiges Programm, das eine anfängliche Finanzierung für Startups und Beratung bietet. Die Angaben beziehen sich auf das wöchentliche Wachstum:

  • Gute Rate: 5-7%

  • Hervorragende Rate: >10%

  • Schlechte Rate: <3%

 

10% Wachstum von was denn?

Y Combinator empfiehlt Startups, das Wachstum mit Umsätzen oder aktiven Nutzern zu messen.

Lass uns eines klarstellen. Die meisten Startups scheitern. Im Umkehrschluss schaffen es nur wenige, Wachstumsraten von mehr als 5% pro Woche zu erzielen. Dieses wöchentliche Wachstum ist so signifikant, weil es sich beschleunigt — wie beim Zinseszins-Effekt.

“A company that grows at 1% a week will grow 1.7x a year, whereas a company that grows at 5% a week will grow 12.6x. A company making $1000 a month (a typical number early in YC) and growing at 1% a week will 4 years later be making $7900 a month, which is less than a good programmer makes in salary in Silicon Valley. A startup that grows at 5% a week will in 4 years be making $25 million a month.”

Diese Zahlen verdeutlichen eindeutig, warum ‘aufgezinstes’ Wachstum von Startups so krass ist. Lass uns im Folgenden auf Makrotrends und Innovationen eingehen, die für das Emporsteigen von Startups maßgeblich verantwortlich sind. Sie zeigen, dass es kein vorübergehender Trend ist.

Im nächsten Artikel erfährst du, welchen Impact Startups schaffen. Welche Makrotrends und Innovationen für den rapiden Aufstieg von Startups verantwortlich sind. Wie du von der aufkommenden Startup-Ökonomie profitierst und welchen Einfluss all das auf dein Leben und Karriere hat, die wahrscheinlich nicht in Großunternehmen liegt!

Willkommen in der Startup-Ökonomie!

—Über den Autor: Danny möchte Studenten & Absolventen durch Startup Geist helfen, ihre unternehmerischen Träume zu entdecken und diese fokussiert, produktiv und achtsam zu realisieren. Entdecke auch du deinen StartupGeist und hole dir eines von Danny's 5 eBooks.

 

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