Was ist Entrepreneurship?

Das Phänomen Entrepreneurship bringt 4 wichtige Kernerkenntnisse mit sich, die Laien oft nicht bewusst sind. 

Erkenne, dass:

  1. Unternehmer keine Manager sind!

  2. Entdecker (Wissenschaftler) keine Innovatoren (Unternehmer) sind!

  3. Unternehmerische Fähigkeiten erlernbar sind!

  4. 5 Unternehmer-Prinzipien entscheidend sind!

Wenn man sich mit dem Thema Startup ernsthaft auseinandersetzt, wird man schnell auf den Begriff "Entrepeneurship" stoßen. Startup-Gründer bezeichnen sich selbst als "Entrepreneure".

Schauen wir kurz auf die etymologische Herkunft des Wortes. Der erste Teil des Wortes "Entrepreneur" hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert und ist vom französischen Verb "entreprendre" abgeleitet. Es bedeutet "etwas unternehmen" oder "etwas tun". Das darauffolgende Suffix "-ship" ist vom altertümlichen gotischen Wort "schaeppen" abgeleitet (Curveball 2013). Es bezeichnet die Tatsache "etwas mit Wert hervorzubringen".

Entrepreneurship ist ein soziales Phänomen, das von Faktoren wie kulturellen Überzeugungen, Zugang zum Arbeitsmarkt und der Verfügbarkeit von Finanzmitteln an einem Standort abhängig ist.

Gerade kulturelle Überzeugungen und ein damit einhergehender Glaube der Selbstbeschränkung sind häufig die Ursache dafür, dass Menschen es nicht versuchen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) misst unternehmerische Tätigkeiten in verschiedenen Ländern und somit unter verschiedenen kulturellen, religiösen und ökonomischen Rahmenbedingungen.

Die Länder, die die meisten Aktivitäten im Bereich Entrepreneurship hervorbringen, sind Malawi, Botswana, Libyen, Uganda, Ghana und Sambia. Grund hierfür ist, dass diese Entwicklungsländer kaum über soziale Netze verfügen. Die einzige Möglichkeit für Menschen zu "überleben“, ist die Selbständigkeit. Kaum überraschend findet man Länder mit einem ausgeprägten sozialen Netz auf den letzten Plätzen des Rankings.

Lass uns die 4 Kernerkenntnisse im Einzelnen durchgehen.

 

80/20 Fazit

 

Unternehmer sind keine Manager

Wie du dir denken kannst, wurden zahlreiche Arbeitsdefinitionen verwendet, um sich Entrepreneurship in der Wissenschaft zu widmen. Bis zum heutigen Tage konnte man sich jedoch nicht auf eine gemeinsame Definition verständigen. Wie so oft.

Zum Beispiel behaupten manche, dass Entrepreneurship lediglich die Schaffung einer neuen Organisation widerspiegelt und somit jeder, der ein eigenes unternehmerisches Vorhaben beginnt, ein Entrepreneur ist (Peter Drucker 1985).

Indes verstehen viele Entrepreneurship in einem emphatischen Sinne und plädieren dafür, es vom Konzept einer bloßen „business administration“ zu entkoppeln.

Diese Unterscheidung wurde ursprünglich von Jospeh Schumpeter, einem der profiliertesten Forscher auf dem Entrepreneurship Gebiet, eingeführt. Laut Schumpeter setzt sich ein “Business Administrator” oder „Manager“ allein für den Erhalt bestehender Strukturen ein, während ein wahrer „Entrepreneur“ neue und fundamental bessere Strukturen entwickelt. So revolutionierte Apple beispielsweise mit seinem iPhone neben mobiler Kommunikation noch weitere Bereiche unseres Lebens.

Überdies werden innerhalb dieses Prozesses alte Strukturen zerstört. Heute verwendet niemand mehr Handys, die vor dem Erscheinen des iPhones noch als cool galten. Firmen, denen es nicht gelang, etwas zu produzieren, dass wettbewerbsfähig ist, ergeht es daher schlecht. Denke nur an Nokia! 

Deshalb, so Schumpeter, zeichnet sich Kapitalismus durch einen konstanten Prozess „kreativer Zerstörung“ aus.

 

Entdecker (Wissenschaftler) sind keine Innovatoren (Entrepreneurs)

Erfindung unterscheidet sich von Innovation. Einfach ausgedrückt: Wissenschaftler beweisen ihre Tatkraft im Erfinden von Dingen. Während Unternehmer sich dadurch hervortun, Erfindungen auf den Markt zu bringen. Nur wenn der Kunde bereit ist, das Neue anzunehmen, kann man von einer Innovation sprechen.

Darüber hinaus betonen neue Strömungen innerhalb  der Entrepreneurship-Forschung, dass Entrepreneurship stark mit Risiken und Unsicherheiten verbunden ist, da ein Entrepreneur ständig Neuland betritt und es kaum abgeschätzt werden kann, wie sich sein Unternehmen entwickelt.

Der Harvard Business School Professor Howard Stevenson (1983) stellt fest, dass "Entrepreneurship als das Streben nach Chancen jenseits kontrollierter Ressourcen“ begriffen werden kann. Kein Unternehmer ist in der Lage, alles selbst zu tun. Um ein erfolgreiches Geschäft aufzubauen, muss er Mitarbeiter finden und das nötige Kapital beschaffen.

Als Resultat betonen Forscher wie Fueglistaller (et al. 2008), dass man Entrepreneurship nicht gerecht wird, wenn man sich allein auf die Beobachtung dessen, was ein Entrepreneur macht, beschränkt. 

Ihre Handlungen sind stets in einen vielschichtigen sozialen Rahmen eingebettet, der einen beträchtlichen Einfluss auf die Chancen und Herausforderungen hat, denen sich ein Entrepreneur ausgesetzt sieht.

Geschäftsideen sind daher selten spontan und basieren stark auf Erfahrungen im Arbeitsalltag (Fueglistaller et al., 2008).

 

Unternehmerische Fähigkeiten sind erlernbar

In der wissenschaftlichen Literatur werden oft die Begriffe ‘born/nature’ und ‘made/nurture’ verwendet, die ich frei mit "angeboren" und “anerzogen” übersetze.

Die Debatte um Entrepreneurship wird somit vom Gegensatz ‘nature or nurture’ geprägt. Der Frage also, ob Entrepreneure geboren oder erzogen werden.

Lese-Empfehlung: ‘Are entrepreneurs made or born?’ [Buch] oder 2 Blog Posts
Entrepreneur.com ‘Are Entrepreneurs Born or Made?
Ash Maurya ‘Are Entrepreneurs Born or Made?

Ash, ist zum Beispiel, der Meinung, dass Entrepreneurship angeboren ist:

"I believe that true entrepreneurs are born – not made."

In den letzten Jahren entstand jedoch in der Wissenschaft ein dritte Perspektive auf Entrepreneurship. Die Kernfrage lautet: "Was macht Entrepreneure unternehmerisch?" und kann man diese Eigenschaften unterrichten - sprich also erlernen?

 

Was macht „Entrepreneure“ unternehmerisch („entrepreneurial“)?

Die  Harvard Professorin Saras Sarasvasthy stellte sich die Frage
What makes entrepreneurs entrepreneurial?“ (PDF-Link zur wissenschaftlichen These). 

Dabei identifizierte sie fünf Prinzipien, die sie unter der Bezeichnung „Effektuallogik“ („Effectuation") zusammenführte. 

„Effectuation“ kommt in unwägbaren Situationen, die wir nicht vorhersagen können, zum Einsatz. Im Gegensatz dazu, machen die meisten Manager grösserer Unternehmen von einer traditionellen Kausallogik („Causation“) Gebrauch.

'Effectuation - Die 5 Unternehmer-Prinzipien im Zusammenspiel

'Effectuation - Die 5 Unternehmer-Prinzipien im Zusammenspiel

Die fünf Prinzipien sind:

#1: Bird in Hand Principle (Das „Der-Spatz-in-der-Hand“-Prinzip)

Entrepreneure starten mit dem, was sie haben. Sie schauen, wer sie sind, was sie wissen und wen sie kennen. Ihre Ausbildung, ihr Geschmack, ihre Erfahrungen sind Beispiele wichtiger Faktoren innerhalb dieser Phase. An den Beginn seiner Bemühungen setzt der Entrepreneur kein vorgegebenes Ziel, sondern die ihm oder ihr gegebenen Werkzeuge. Dazu gesellen sich in diesem Stadium, dass was Entrepreneure als ihre 3Fs bezeichnen: Freunde, Familien und „Fools“ (Dummköpfe).

#2: The Affordable Loss Principle

Ein Entrepreneur richtet sein Hauptaugenmerk nicht auf mögliche Gewinne, sondern auf die möglichen Verluste und wie sich diese minimieren lassen.

#3: The Crazy Quilt Principle (Das “verrückte Quilt” Prinzip)

Entrepreneure kooperieren mit Partnern, denen sie vertrauen können. Diese Partnerschaften können den „kalkulierbaren Verlust“ begrenzen.

#4: The Lemonade Principle (Das Limonaden Prinzip)

Entrepreneure schauen, wie man Eventualitäten nutzt und Überraschungen nicht notwendigerweise als etwas Schlechtes betrachtet, sondern als Chancen, neue Märkte zu finden.

#5: The Pilot-in-the-plane (Das “Pilot im Flugzeug”-Prinzip)

In diesem Studium werden alle bisherigen Prinzipien zusammengeführt. Die Zukunft kann nicht vorhergesagt werden, jedoch können Entrepreneure einige der Faktoren, die die Zukunft bestimmen, steuern.

 

Was heisst das für angehende Unternehmer wie dich?

Du kannst diese Prinzipien erlernen.

Sie sind weder angeboren (DNA) noch erworben (Eltern). „Entrepreneurship“ kann unterrichtet und somit erlernt werden, sodass du mit deinem Projekt direkt loslegen kannst.

Sinn und Zweck von StartupGeist ist es, dich beim Start deines eigenen unternehmerischen Projektes erfolgreich zu unterstützen. 

Dabei stehe ich dir in den wichtigsten Phasen, beim Finden der richtigen Einstellung, über die Ideenbildung, der Problemanalyse bis zum Finden von Lösungsansätzen, unterstützend zur Seite.

Bist du bereit?

 

—Über den Autor: Danny möchte Studenten & Absolventen durch Startup Geist helfen, ihre unternehmerischen Träume zu entdecken und diese fokussiert, produktiv und achtsam zu realisieren. Entdecke auch du deinen StartupGeist und hole dir eines von Danny's 5 eBooks.

 

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