Wie starte ich ein Startup?

Tims Ansatz ist nicht die einzige Art, im Internet Geld zu verdienen! Je nach konkretem Produkt musst du für seine Herangehensweise etwas mehr Zeit und Geld investieren, bevor du durchstarten kannst. Sie ist aber auch nicht dafür ausgerichtet, dir ein signifikantes Einkommen zu verschaffen.

Jeder, der dir schnellen, finanziellen Erfolg verspricht, ist ein Scharlatan. Jeder erfolgreiche Unternehmer, egal als Blogger, Video- oder Podcastproduzent, hat das durch harte Arbeit, viel Lernen und einen langen Atem erreicht. 

Selbst wenn das zuletzt gegründete Unternehmen/Projekt relativ schnell erfolgreich war, verwenden doch die meisten Unternehmer eine sehr lange Zeit darauf, unterschiedliche Ideen am Markt zu testen und aus ihren Experimenten zu lernen, um letztlich erfolgreich zu sein. 

Die meisten ‘Nicht-Unternehmer’ sehen jedoch nur den finalen Schritt zum Erfolg eines ‘erfolgreichen Unternehmers’. Sie kennen aber nicht die vielen, schwierigen Schritte davor.

Sei gewarnt. Erfolg über Nacht ist ausgeschlossen. Erfolg am Ende eines längeren Weges garantiert.

Genug geplaudert, lass uns anfangen!

Bitte beachte: Du liest Teil 2 einer dreiteiligen Serie: “Wie du Unternehmer wirst”. Du solltest unbedingt die Inhalte des ersten Teils gelesen haben und beherrschen, bevor du dich an an der Schaffung einer “Muse” versuchst - ansonsten kann aus dem “passiven Einkommen” schnell ein 40-50 Stunden-Job werden. Alle Zitate im folgendem Beitrag habe ich aus Tims englischen Buch übersetzt.

  1. Die 4-Stunden-Woche von Tim Ferriss (Teil 1)

  2. Wie starte ich ein Startup (Teil 2)

  3. 25 Möglichkeiten Wie du zum Unternehmer wirst

 

80/20 Fazit

 

Schaffe dir eine ‘Muse’ (a.k.a. passives Einkommen)

Ein Muse ist eine Einnahmequelle im Internet, die dir ohne viel kontinuierlichen Zeitaufwand ein Einkommen sichert. Andere bezeichnen eine “Muse" als “passives Einkommen” (Engl.: “passive income”), welches man vorrangig durch die Vorteile des Internets erzielt.

Die Idee hinter dem Konzept mag schon durchgeklungen sein, doch hier ist noch einmal eine explizite Definition:

Eine “Muse” ist ein automatisiertes Vehikel für die Generierung von Einkommen, das zum Betreiben nicht viel Zeit braucht.

Laut Tim erzeugt eine Muse ein Einkommen, das groß genug ist, um dir ein angenehmes Leben und die Verwirklichung deiner Träume zu ermöglichen. Nicht mehr und nicht weniger.

Es geht nicht darum, die Welt zu verändern oder das Unternehmen für viel Geld zu verkaufen. Wenn das dein Ziel ist, solltest du dich nach anderen Anleitungen umsehen! 

Erfolgreichster Vertreter neben Tim Ferriss ist Pat Flynn mit seinen Smart Passive Income Blog.

Pat Flynn, smartpassiveincome.com

 Aufbau in 4 Schritten

Die einzelnen Schritte für den Aufbau einer solchen Einkommensquelle sind:

  1. Finde deinen Nischenmarkt

  2. Überlege dir mögliche Produkte

  3. Teste deine Produktideen und wähle eine aus

  4. Bringe dein Produkt (Gewinner) an den Markt und automatisiere deine Abläufe!

Lass uns die einzelnen 4 Schritte durchgehen.

 

#1. Schritt: Finde deine Nische

Geeignete Zielgruppen für ein Produkt zu finden ist schwer. Suche dir erst eine Zielgruppe aus und schaffe dann ein Produkt, dass diese Zielgruppe haben will.

Für ein funktionierendes Online-Business ist es extrem wichtig, eine Nische (in einem Markt) zu besetzen. Du solltest eine klar definierte Gruppe von Personen vor Augen haben, die klein, aber nicht zu klein ist. Eine zu große und diffuse Zielgruppe dagegen ist schlecht: 

“Wer zu viele potenzielle Kunden hat, hat gar keine Kunden”

Die Gründe dafür sind naheliegend. Kleine Nischengruppen werden weniger hart umworben und können viel gezielter angesprochen werden.

Um einen geeigneten Markt zu finden, beantworte die folgenden 2 Fragen:


 
Frage #1: Zu welchen sozialen, beruflichen oder branchenbezogenen Gruppen gehörst du und/oder welche verstehst du gut?

Du kannst am besten die Probleme derer lösen, deren Bedürfnisse du verstehst. Idealerweise solltest du selbst ein Mitglied der Gruppen sein.

Scratching your own Itch” (“dein eigenes Problem lösen”) ist eine goldene Unternehmerregel für Startups als auch für Lifestyle-Businesses.

So sind die Gründer von AirBnB, Dropbox, Twitter oder Facebook gestartet. Sie alle lösten ihr eigenes Problem.

Selbst Tim Ferriss hat seine Prinzipien entwickelt, nachdem er Jahre zu hart und viel an seinem Unternehmen 80+ Stunden pro Woche gearbeitet hat und das nicht länger akzeptieren wollte. So suchte er nach Prinzipien, Methoden und Gesetzmäßigkeiten, die ihm halfen und helfen, die 80+ Arbeitswoche zu minimieren.

Deine gewählte Zielgruppe muss nicht viel Geld haben, aber sie sollte (1) erreichbar und (2) bereit sein, Geld für spezifische Produkte auszugeben.

 

Frage #2: Welche Zielgruppe hat ein Magazin(e), welches mehr als 15,000 Leser hat und in denen man für weniger als 5,000$ Werbeanzeigen schalten kann?

Magazine sind ein hervorragender Indikator dafür. Nutze Webseiten wie http://www.fachzeitungen.de/, um herauszufinden, welche Nischenmagazine es gibt! Schau dir die Magazine an und suche nach Anbietern, die dort wiederholt Werbung schalten. Je mehr es davon gibt, desto besser!

Im Rahmen meines Fotoautomaten-Verleih-Businesses nutze ich Hochzeits-Magazine, um dort meinen Service mit Erfolg zu vermarkten.

 

#2. Schritt: Brainstorme

Suche dir zwei Zielgruppen aus, die du im ersten Schritt identifiziert hast.
Überlege dir nun Produktideen, die du dort verkaufen kannst.

Im ersten Schritt ist die Anzahl der Ideen wichtiger als die Qualität. Generiere daher mindestens 20 Ideen und nutze folgende Regeln für dein Brainstorming:

  • Begrenze dich nicht.

  • Denke nicht perfektionistisch.

  • Werte dein Ideen nicht.

  • Sei in einem kreativen Umfeld (meine sind: Park, Bar, Café).

  • Baue auf Ideen auf.

  • Jede Idee ist gleichgestellt. Keine ist besser oder schlechter.

  • Begrüße sogar augenscheinlich ‘schlechte’ Ideen.

  • Nutze keine elektronischen Hilfsmittel. Ein weißes Blatt genügt.

  • Halte dich kurz. Nicht länger als 30 Minuten.

  • Schaue dir deine Ideen einen Tag später an.

 

Wie grenzt du Ideen ein?

Erstens dein Produkt sollte in einem Satz zu erklären sein. Im Wesentlichen solltest du leicht erklären können:

1 - Welches Problem löst du?
2 - Was unterscheidet es von anderen Produkten?(Alleinstellungsmerkmal)
 
Du willst dadurch sicherstellen, dass du dein Produkt in einem “Häufig gestellte Fragen”-Bereich (Engl. frequently asked questions, FAQ) auf deiner Webseite leicht erklären kannst. Wenn das nicht der Fall ist, läufst du Gefahr, schnell zum unfreiwilligen Callcenter-Agenten zu werden!

Zweitens erschaffe Premium-Angebote. Tim empfiehlt dezidiert und wiederholt sich selbst heute noch in seinem Podcast immer wieder, ein “Premium-Produkt” für 50 - 200$ anzubieten. Es mag klug erscheinen, ein Produkt für die untere oder mittlere Preisklasse zu schaffen… ist es aber nicht!

Gründe dafür gibt es viele:

  1. In der unteren Preisklasse finden gnadenlose Preiskämpfe statt, die schnell deine Gewinnmarge fressen werden.

  2. In der mittleren Preisklasse herrscht die größte Konkurrenz.

  3. Ein höherer Preis bedeutet weniger Einheiten, die verkauft (und Kunden, die gemanaged) werden müssen.

  4. Kunden, die viel Geld ausgeben, machen erfahrungsgemäß weniger Ärger als jene, die nicht viel investieren.

  5. Hohe Margen (Tim empfiehlt um die 90% bei Produkten, die du selbst hergestellt hast) verschaffen dir ein Finanzpolster für Krisen.

Drittens solltest du eine genaue Vorstellung über die Herstellung und den Versand deines Produktes haben, bevor du den nächsten Schritt gehst. Je mehr Akteure involviert sind, desto höher muss die Gewinnmarge sein, um das Produkt profitabel verkaufen zu können.

 

3 Möglichkeiten, wie du an Produkte kommst

  1. Verkaufe ein bestehendes Produkt weiter. Sehr einfach, aber am wenigsten profitabel und ständig durch Preiskämpfe gefährdet, solange du keinen exklusiven Vertrag mit dem Hersteller bekommst (was schwer, aber nicht unmöglich ist.)

  2. Lizensiere ein Produkt. Patente, bestehende Produkte, Markennamen etc. können genutzt werden, um selbst Produkte daraus herzustellen. Denkbar ist alles von der asiatischen Spezialität, die du in Deutschland produzieren lässt, bis hin zu Brotboxen mit “Breaking Bad”-Logo. Bei einem solchen Deal sind 2 Seiten beteiligt, die beide interessant für ein “passives Einkommen” sind: (1) du könntest die Lizenzen vergeben oder (2) die Produkte herstellen! Bei letzterem handelt es sich um einen verhandlungsintensiven Weg, weshalb du gut verhandeln solltest.

  3. Schaffe ein eigenes Produkt. Dein eigenes Produkt zu kreieren, ist nicht so schwer wie du denkst. Falls du etwas ausgebrütet hast, dann kannst du auf Freelancer-Portalen wie UpWork oder Twago einen Ingenieur finden, der auf Basis deiner Beschreibung einen Prototypen baut. Diesen kannst du Nutzen, um mit potenziellen Herstellern zu verhandeln. Oder du stellst Texter ein, die für dein eBook Inhalte schreiben. Falls du ein generisches Produkt finden kannst, dass du für einen speziellen Markt zuschneiden willst, ist es noch einfacher. Lass es ganz einfach produzieren und pappe dein eigenes Label drauf - fertig!

 
Egal wofür du dich entscheidest: Kontaktiere potenzielle Hersteller, um deine Planung zu überprüfen. Die Hersteller findest du bei Portalen wie “HelloTrade” oder Alibaba. Einige Portale konzentrieren sich auf auf den deutschsprachigen Raum, wie beispielsweise “Wer liefert was”. Falls du dort nicht fündig wirst, kannst du bei Herstellern von verwandten Produkten nachfragen (z.B. bei Herstellern von Zelten, wenn du einen Hersteller für Campingkocher suchst).

Als letzte Möglichkeit bietet sich an, Industrieorganisationen bei Google zu suchen und direkt dort nachzufragen. Lass dir von ihnen Angebote unterbreiten und berechne, wie viel die Produktion von 100, 500, 1000 und 5000 Einheiten pro Stück kosten würde.

Erkundige dich auch nach der Fertigungsdauer und meide Produkte, deren Herstellung länger als 3 Wochen benötigt.

— Achtung —
Gib kein Geld aus, bis du dein Produkt getestet hast (nächster Schritt)! Teste deine Produktideen und wähle eine aus!

 

Informationsprodukte: eine Nische für sich  

Es gibt eine Gattung von Produkten, die häufig enorme Margen, geringe Produktionskosten sowie kurze Herstellzeiten vereinen und dazu noch schwer nachzuahmen sind: Informationsprodukte!

Ja, damit meine ich Bücher, DVDs, Online-Kurse, Videokanäle.

Du magst dich jetzt fragen, ob du dafür nicht erst ein “Experte” auf einem Gebiet werden muss. Keine Sorge! “Four Hour Work Week” zeigt dir, wie du dir mit wenigen Schritten einen Status als Experte (in den Augen anderer!) aufbauen kannst! Weiter unten findest du eine Textbox mit 5 Schritten.

Zunächst brauchst du Inhalte für dein Info-Produkt. 

Dafür gibt es 3 Optionen:

  1. Lies und paraphrasiere mehrere Bücher zu dem Thema.

  2. Nutze Material, das keinem Urheberrecht unterliegt (z.B. Regierungstexte).

  3. Nutze gegen Lizenzgebühren Inhalte anderer, die bereits einen Expertenstatus haben.

Überlege dir, welche Infoprodukte für deine Zielgruppe interessant sein könnten! 

Gehe von folgenden Fragen aus:

  • Welche Erkenntnisse kannst du spezifisch für deine Zielgruppe aufbereiten?

  • Wie kannst du das, was bereits erfolgreich verkauft wird, ergänzen?

  • Für welche Fähigkeiten würdest du Geld bezahlen, wenn du sie erlernen könntest?

  • Welche Experten kannst du interviewen, um daraus vermarktbare Produkte zu machen?

  • Hast du eine persönliche Erfolgsstory, aus der du eine Anleitung machen könntest?

Beispiel: Kreiere ein Infopaket für 50-200€. Beispielsweise 2 Videokurse 90 Minuten, eine 40-seitige Transkription der Kurse und ein 10-seitiges Starterhandbuch. Voilà - fertig ist dein Infoprodukt!

Ich weiß, es klingt viel einfacher als es ist. Ich möchte dir damit nur zeigen, dass dein unternehmerischer Erfolg möglich ist. Du hast das Talent, eigene Produkte zu kreieren.

Glaube an dich. Ich tue das bereits. Du musst “nur” starten. Ich unterstütze dich mit StartupGeist von Herzen gern!

 

Werde Experte in 5 einfachen Schritten

Nachdem du eine Idee für ein lohnendes Infoprodukt gefunden hast, solltest du mit der Schaffung deines Expertenstatus loslegen! Keine Sorge, dafür musst du nicht unheimlich viel über ein Thema wissen - nur etwas mehr als die Menschen in deiner Zielgruppe.

Tue folgende 5 Dinge:

  1. Tritt 3 relevanten Vereinigungen bei, deren Namen beeindruckend klingen.

  2. Lies die 3 meistverkauften Bücher zu deinem Thema und fasse sie auf jeweils einer Seite zusammen.

  3. Gib ein 1-3-stündiges Seminar an der nächsten Universität und bei lokalen Niederlassungen von großen Firmen. Überzeuge die Firmen mit einem Verweis auf dein Seminar an der Universität und deine Mitgliedschaft in diversen Vereinigungen (Schritt 1). Biete es kostenlos mit der Begründung an, dass du mehr Vortragserfahrung brauchst und nichts verkaufen willst. Nimm die Vorträge für eine spätere Verwendung auf.

  4. Biete 1-2 Gastbeiträge bei relevanten Magazinen an und verweise dabei auf deine “Credentials” aus den Schritten 1 und 3. Biete ihnen ein Interview mit einem anerkannten Experten an, wenn sie ablehnen.

  5. Tritt einer Plattform bei, die Journalisten Zitate für das Auffinden von Experten-Zitaten nutzen (Tim empfiehlt ProfNet). Verweise dort auf Schritt 1, 3 und 4 und nutze deine Online-Recherchefähigkeiten, um die Anfragen von Journalisten gekonnt zu beantworten.

Du magst dich jetzt Fragen, ob das nicht eine Form des Betruges ist - aber keine Sorge, so funktioniert die Medienlandschaft! Der Begriff des “Experten” ist enorm überstrapaziert und wird meist an fragwürdigen Indikatoren festgemacht.

Wir, Deutsche, verbinden Experten mit jahrelanger Erfahrung, einem Professorentitel und mehreren veröffentlichten Büchern. Das nimmt uns den Mut, eigene Dinge zu kreieren, weil wir immer an unserem Expertenstatus zweifeln.

  • Wer glaubt mir schon?

  • Was kann ich schon?

Im Endeffekt musst du mehr wissen als deine Zielgruppe. Du musst deren Problem und Bedürfnis genau verstehen, um passende Lösungen erfolgreich anzubieten. Dann bist du ein Experte.

Warum solltest nicht auch du einer sein?

 

#3. Schritt: Teste deine Idee

Sobald du eine Produkt gefunden hast, solltest du es am Markt testen, bevor du investierst! Startup-Veteranen wissen: viele Ideen klingen hervorragend, aber werden nicht am Markt angenommen.

Gehe durch einen dreistufigen Prozess, der dir zeigt, ob dein Produkt am Markt “ankommt”.

  1. Schau dir Konkurrenzprodukte an, indem du die meist gesuchten Google-Begriffe zu deinem Produkt checkst und die Seiten aufrufst, die regelmäßig bei diesen Begriffen erscheinen. Setze eine kleine Homepage auf und biete dort ein attraktiveres Angebot, indem du einzelne Aspekte besser machst: bessere Garantievereinbarung; bessere Auswahl oder schnellere bzw.kostenlose Lieferung.

  2. Kreiere einen 300-600 Wort langen Werbetext, der voll mit Testimonials ist und deine Differenzierungskriterien klar macht.

  3. Teste die Reaktion von Kunden auf dein Produkt! Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun. Erstens setze Google-Adwords-Kampagnen auf, um Traffic zu erkaufen und somit Reaktionen der Kunden zu testen. Die Performance deiner verschiedenen Anzeigenkampagnen gibt dir einen ersten Überblick darüber, was Leute wollen und brauchen. Zweitens verkaufe einen Prototypen auf eBay oder Amazon oder anderen eCommerce-Plattformen. Drittens erstelle eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter, VisionBakery oder einer anderen Plattform.

Wichtig: Frage deine potenziellen Kunden nicht, ob sie dein Produkt kaufen würden, sondern lasse sie tatsächlich den Schritt machen! Das ist der einzige Indikator, der wirklich verlässliche Ergebnisse liefert. Integriere beispielsweise einen “Kaufen”-Button auf deiner Homepage, der zu einer Unterseite mit den Worten “Leider ist unser Produkt gerade nicht vorrätig, wir kontaktieren sie wenn es verfügbar wird” führt.

Alternativ, kannst du ein eBook gegen eine E-Mail-Anmeldung herausgeben. Gehe davon aus, dass ein Bruchteil der Anmeldungen potenzielle Käufer sind. (Hinweis: Ich würde von 1 bis 5% ausgehen.)

Nach 5 Tagen “Testlauf” mit deiner Homepage und Google Adwords prüfe, wie dein Projekt “ankommt”. Berechne wie viel du für Werbung ausgegeben hast und welche Summe du verdient hättest.

Falls die Ergebnisse noch nicht überzeugend sind, kannst du einzelne Aspekte wie die Preisgestaltung oder eine “Geld-Zurück-Garantie” ausprobieren (Ferriss empfiehlt, unzufriedenen Kunden immer etwas mehr als den Wert des Produktes anzubieten - das erhöht die Verkaufszahlen merklich und wird nur selten in Anspruch genommen).

 

#4. Schritt : Verkaufe und automatisiere

Wenn dein Modell lukrativ ist, kannst du es an den Markt bringen! Dein nächstes Ziel ist es, den gesamten Prozess der Kundenbetreuung und Warenlieferung so weit wie möglich zu automatisieren, sodass du dich nur wenige Stunden im Monat um deine “Muse” kümmern musst.

Erster Schritt: kümmer dich selbst um die Kundenbetreuung. Packe deine persönliche E-Mail-Adresse und Telefonnummer auf die Homepage und nimm sämtliche Anfragen entgegen! Dokumentiere die üblichen Fragen und Antworten gut. Das Wissen ist die Basis für effektives Outsourcing und die Weiterentwicklung deines Produktes.

Nach ca. 50 Bestellungen solltest du die üblichen Fragen zu deinem Produkt kennen. Nutze dieses Wissen, um den Text deiner Homepage klarer zu gestalten und eine gut auffindbare Frage-Antwort-Sektion einzubauen!

Jetzt kannst du auch anfangen, ein Logistikzentrum zu suchen, dass im besten Fall auch den Kundendienst für dich übernimmt (das wird meist mit dem englischen Begriff “Fullfillment” bezeichnet). So einen Service bietet beispielsweise Amazon an.

Beschränke deine Auswahl auf die Firmen, die keine Einstiegsgebühr und monatliche Mindestumsätze fordern. Wenn das nicht klappt, solltest du wenigstens versuchen, Rabatte herauszuschlagen.

 

Dein Ziel: Automatisierung. Nicht Arbeit!

Hier musst du wirklich geschickt verhandeln, um möglichst wenig von deiner Marge zu opfern. Sag deiner Kontaktperson, dass du ein “Startup” bist und dein Budget für Werbung brauchst. 

Du kannst sogar versuchen, verschiedene Anbieter gegeneinander auszuspielen, indem du mögliche Konzessionen bei den Konkurrenten erwähnst!
Vereinbare ein Zahlungsmodell, dass nach einem Monat mit sofortiger Zahlung zu einem Rhythmus mit Zahlungen 30 Tage nach der erfüllten Dienstleistung springt.

Wenn der Vertrag geschlossen ist, wird dein Leben deutlich ruhiger. Jetzt kannst du den Versand deines Produktes und den Kundenservice auslagern (gib deinem Dienstleister dafür die Dokumentation der ersten Kundenanfragen!).

Bei mehr als 20 Bestellungen pro Woche kannst du zu größeren und leistungsstärkeren Anbietern von Outsourcing wechseln - jenen, die vom Bestellstatus bis hin zu Rücksendungen alles verwalten. Ruf ein Paar davon an, erkundige dich nach den Preisen und frage, ob sie andere Infrastrukturanbieter wie CallCenter, Gesellschaften für Zahlungsabwicklungen usw. empfehlen können. Diese solltest du nutzen, um sicherzustellen, dass es möglichst wenig Probleme zwischen den verschiedenen Dienstleistern gibt.

 

Weitere Tipps zur Automatisierung

Hier noch ein Paar Tipps, um das meiste aus deiner “Muse” herauszuholen:

(1) Mehr Auswahloptionen bedeuten in der Regel: mehr Komplexität, mehr Entscheidungsbedarf für den Kunden und weniger Bestellungen. Minimiere die Zahl der Entscheidungen, die dein Kunde machen muss, z.B.:

  • Nicht mehr als 2 Kaufoptionen

  • Nicht mehr als 2 Versandoptionen

  • Nur ein Bestellweg (online auf der Homepage)

  • Keine internationalen Lieferungen

(2) Minimiere die Anzahl an Kundenbeschwerden, um möglichst wenig Ärger mit deiner “Muse” zu. Das geht entweder mit sehr viel Arbeit am Produkt und Service oder mit dem richtigen Filtern der Kunden. Schalte mit ein paar Maßnahmen die Kunden aus, die wenig Umsatz und viel Ärger machen, d.h. hab den Mut, Kunden zu feuern!

(3) Ratschläge zu Vertriebspartnern: 

  • Wenn du mit Vertriebspartnern arbeitest: verkaufe nicht weniger als 12-100 Einheiten und fordere eine Steuernummer, um Noobs abzuschrecken.

  • Fordere von potenziellen Vertriebspartnern, dass sie ein Formular ausdrucken, ausfüllen und eingescannt zu dir schicken. Verhandle niemals über den Preis, auch nicht bei großen Bestellungen.

  • Biete zur Lead-Generierung lieber billige Produkte statt kostenlose Produkte an, so testest du die Zahlungsbereitschaft von Kunden.

  • Biete eine “Lose-Win” Garantie an (einen Profit für den Kunden, wenn er mit dem Produkt unzufrieden ist- z.B. 110% des Geldes zurück) anstelle von kostenlosen Probierphasen.

 

Wie deine Muse nach “DAX-Unternehmen” aussieht

Wenn du potenziellen Partnern gegenübertrittst hast du als Vertreter eines “Ein-Mann-Unternehmens” nicht allzu viel Verhandlungsmacht.

Deshalb ist es klug, dein Unternehmen etwas größer aussehen zu lassen, als es tatsächlich ist…

Hier sind Tims Tipps dafür:

  1. Gibt dich nicht als “CEO” oder “Gründer” aus, sondern als “VP Marketing" oder ähnliches.

  2. Baue verschiedene E-Mailadressen und Telefonnummern für unterschiedliche “Abteilungen” auf deiner Homepage ein.

  3. Baue dir eine digitale Rezeption für deine Rufnummer (Tim empfiehlt dafür Angel.com, das mittlerweile zu Genesys gehört).

  4. Nutze nicht deine Heimadresse, sondern eine Postbox.

  5. Mit diesem Wissen solltest du bereit sein, deine eigene Muse aufzubauen!

  6. Nun versuche dich. Probiere. Du kannst wirklich nichts verlieren.

 

4 Gründe, warum du das Buch lesen solltest

Du magst jetzt vielleicht denken, dass du das Wichtigste über “4HWW” weißt und dir die Lektüre des Buches sparen kannst. Ich habe tatsächlich versucht, die wichtigsten Infos so detailliert wie möglich weiterzugeben!

Trotzdem bietet das Buch noch einiges mehr, das du dir nicht entgehen lassen solltest:

  1. Mehr Details und Fallstudien: Tim schreibt seine Anleitungen wirklich mit einem erstaunlichen Level an Details und streut immer wieder unterhaltsame Fallstudien ein. Das macht sein Buch wirklich Klasse!

  2. Unzählige Ressourcen: Tim geht in seinem Buch wirklich die Extrameile und sammelt unzählige Links zu Anbietern und Tools, die du für die verschiedensten Zwecke nutzen kannst. Er sagt dir nicht nur, was du tun sollst, sondern auch wo du die Software oder die Manpower dafür kaufen kannst!

  3. Tipps zum “Lifestyle Design” und “Travel hacking”: Tims Buch soll nicht nur zeigen, wie du mit möglichst wenig Arbeit Geld verdienst, es enthält auch einen ganzen Teil darüber, wie du die entstehende Leere mit kostengünstigen Reisen, dem Lernen von Sprachen und vielen anderen aufregenden Aktivitäten füllen kannst!

  4. Tolle Übungen: Du hast Lust auf den Lifestyle der “neuen Reichen”, zweifelst aber, ob du das Zeug dazu hast? Auch in dieser Hinsicht hilft dir das Buch. Darin verstreut finden sich nämlich viele Übungen, mit denen du deine Selbstsicherheit und dein Verhandlungsgeschick trainieren kannst!

Mit diesen Erkenntnissen sollte es möglich sein, dein Leben gehörig zu ändern!

— Tim Ferriss —
Wenn du Tim noch weiter verfolgen möchtest, dann folge ihm auf Twitter, lies seinen Blog und/oder höre seine Podcasts.

Im nächsten Beitrag erhältst du eine Übersicht an 25 Beispielen, wie du das 4-Stunden-Wochen-System umsetzen kannst.

 

—Über den Autor: Danny möchte Studenten & Absolventen durch Startup Geist helfen, ihre unternehmerischen Träume zu entdecken und diese fokussiert, produktiv und achtsam zu realisieren. Entdecke auch du deinen StartupGeist und hole dir eines von Danny's 5 eBooks.